Feuerbacher Harry
Feuerbacher Harry

Der Pionierstollen in Stuttgart Mühlhausen

In Stuttgart Mühlhausen liegt auch ein sehr interessanter Luftschutzstollen, der Pionierstollen 22-87. Der einzige Zugang den es noch gibt ist in den Resten der ehemaligen Zehntscheuer neben dem Schlößchen.

Es handelt sich hier um 3 Stollen die miteinander verbunden sind.

Der erste Schutzstollen wurde nach einem heftigen Bombenangriff auf Mühlhausen am 14 April 1943 von der örtlichen Baufirma Haisch beantragt und am 23.August 1943 in den Steinbruch vom Bauhof aus gebaut, der PI 22.

Der zweite Schutzstollen wurde auf Antrag der NSDAP am 19 Oktober 1943 gebaut, der Pi 87. In diesem Stollen wurde auch die Post und die Rentenstelle untergebracht.

Im Januar 1944 begann man für die Fa. Bosch einen Produktionsstollen mit Hilfe von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern zu bauen. Da es ein Rüstungsstollen war bekam er keine Nummer sondern den Namen "Fahlerz".

 

Der Eingang zu diesem Stollen ist heute der einzige noch zugängliche.

Neben dem Eingang, in einen Nebenraum des Kellers wurde kurz vor Kriegsende noch ein Stollen paralell angefangen. Dort sollte der in Unterthürkheim ausgebombte Windkanal zur Entwicklung des Düsenjäger Me 262 installiert werden. Es wurden sogar noch Maschinen angeliefert aber nicht mehr eingebaut.

Schon immer hatte der Stollen Fahlerz Probleme mit Schichtwasser. Schon damals mußte er ständig ausgepumpt werden. Wenn nicht steht das Wasser je nach Jahreszeit zwischen 30 und 40 Cm hoch im Stollen.

Nach dem Krieg wurde die Anlage für alles mögliche verwendet. Ein Fahradhändler war dort, eine Spedition nutzte den Stollen, die Fa. Kessler versuchte Sekt einzulagern usw. Die verschiedenen Hinterlassenschaften sieht man heute noch. In der 60er Jahren wurde ein Mädchen in Mühlhausen vermisst. In dieser Zeit tötete ein Kindermörder ein Kind in einem alten Stollen. Dadurch brach unter den Eltern Panik aus und sie setzten die Verwaltung solange unter Druck bis die Eingänge verschlossen wurden. Das vermisste Mädchen war natürlich schon längst wieder aufgetaucht. Trotzdem fanden vor allem die Jugendlichen einen Zugang zum Stollen. Am hinteren Ende wurde sogar Schnaps gebrannt. Auch so manches junges Pärchen "verirrte" sich zuweilen in den Stollen.

2007 wurde der Zugang mit Hilfe des Bezirksamtes wieder aufgemacht und somit der Stollen zugänglich gemacht.

 

Bilder

 

Aktuelles