Feuerbacher Harry
Feuerbacher Harry

Das Bunkerhotel am Marktplatz

Der Marktplatzbunker

 

Wie alle anderen Tiefbunker in Stuttgart, wurde auch der Tiefbunker unter dem Marktplatz nach den Führersofort Erlass 1940-1941 gebaut. Schon bei der Planung dachte man daran, den Bunker nach dem Krieg als Tiefgarage zu benutzen. Er wurde für etwa 2000 Menschen gebaut und sollte die  Angestellten der Geschäfte und die Kunden um den Marktplatz schützen. Bei den Bombenangriffen war er häufig mit bis zu 3000 Schutzsuchenden belegt, so auch bei dem verheerenden Angriff am 26. Juli 1944. Durch die schlimmen Brände wurde im Bunker der Sauerstoff knapp und das Bauwerk mußte während der Angriffe evakuiert werden. Ende 1944 wurden dort Ausgebombte einquartiert.

Gleich nach der Besetzung Stuttgarts durch die französische Armee wurde dort ein Bordell für die Soldaten eingerichtet. Nach der Übernahme der Stadt wurde das Bordell von den Amerikanern wieder geschlossen. Gleich darauf bewarb sich ein Interressent um dort ein Hotel zu eröffnen. Der Bewerber hatte jedoch eine nazional sozialistische Vergangenheit, so dass er keine Genehmigung bekam. Im August bewarb sich die Familie Zeller, die schon vorher ein Hotel in der Hauptstätterstraße hatte, das aber ausgebombt wurde. Die Familie Zeller bekam die Genehmigung und eröffnete das Hotel Ende Dezember 1945. Im Marktplatzhotel gab es sogar eine Herrenfriseur und ein Kaminzimmer. Für das Abgas des Ofens wurde der ehemalige Belüftungsschacht verwendet. Es gab mehrere Bunkerhotels in Stuttgart aber das Marktplatzhotel war das einzige das bis 31. 10 1985 geöffnet hatte. Dies ist auf die Proffessionalität der Familie Zeller zurückzuführen. Danach gab es verschiedene Ideen der Nutzung, z.B. wurden Pläne erstellt den Bunker zu einem Einkaufszentrum umzubauen.

 

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