Feuerbacher Harry
Feuerbacher Harry

Stuttgarts vergessene Tierparks

Bei einem unserer Fotospaziergänge in Stuttgart starteten meine Frau und ich an der Haltestelle Doggenburg. Dabei fiel uns ein seltsames altes "Wartehäuschen" und gegenüber eine alte öffentliche Toilettenanlage auf. Später, als meine Frau das ihren Eltern erzählt, kam die Auflösung. Oma Elfriede und Opa Karl erklärten ihr: das Häuschen war die Kasse des Doggenburg Tiergartens und gegenüber waren damals Tennisplätze und im Winter eine Schlittschuhbahn. Das erklärt auch die Toilettenanlage. Das machte mich neugierig und ich habe folgendes herausgefunden.

Es gab von 1871 bis 1906 den Nillschen Tiergarten. Er befand sich in Höhe Atzenbergstrasse. Man hatte dort unter anderem ein ausgestopftes Mammut, Bären, Hirsche und Affen. Das Gelände mußte ständig erweitert werden und hatte 1893 ca. 10000 qm. Langsam wuchs die Stadt immer näher an den Tiergarten und es gab Beschwerden wegen des Lärms und der Geruchsbelästigung. Auch aus diesem Grund wurde der Tiergarten 1906 geschlossen und das Gelände von der Stadt gekauft.

Jetzt beginnt die Geschichte Doggenburg. 1876 begann dort ein Herr Hetterich eine Doggenzucht, daher der Name, die 2 Jahre später von einem Herrn Wurster erworben wurde. Herr Wurster eröffnete eine viel besuchte Gastwirtschaft und richtete als Ersatz des Nillschen Tiergarten einen kleinen Zoo, auch mit Inventar und Tieren des Nillschen Tiergarten ein. Somit war der Doggenburg Tiergarten gegründet. Später übernahm Gustav Bücheler den Tiergarten, der aber ständig in seiner Existenz gefährdet war, weil es keinerlei Zuschüsse gab.

Die Attraktionen waren ein Elefant der kegeln konnte und Kamele und Esel auf denen Kinder zum Bismarkturm und zurück reiten durften. Der Doggenburg Tiergarten wurde 1942 nach 35 Jahren geschlossen.

 

Vielen Dank an Elfriede und Karl Müller

Fotos und Bilder: Harald Bauer, Privatarchiv, Stadtarchiv.

 

Aktuelles